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19. September 2019

Zinssenkung der US-Notenbank wird den Goldpreis massiv beeinflussen


Ein Grund der Goldrallye in den vergangenen Monaten war die Trendwende in der US-Geldpolitik zu Jahresbeginn und die Aussicht auf erste Zinssenkungen zur US-Notenbanksitzung im Juli. Diese lockere Geldpolitik sollte zu einer Abwertung des Dollars führen, demzufolge die Weltwährung Gold folglich im Preis der Papierwährung steigen wird. Die Märkte haben diese künftige Geldpolitik in den letzten Monaten bereits eingepreist und den Dollar gegen Gold abgewertet, was u.a. zu einem Anstieg des Goldpreises führte.

Mario Draghi hat die Märkte bereits auf eine erneute, baldige Senkung des Einlagenzinses um 10 Basispunkte, sowie neue Käufe von Staatsanleihen vorbereitet. Nach den aktuellen Erwartungen soll beides bereits zur Notenbanksitzung im September umgesetzt werden. Aktuell liegt der Einlagensatz, zu dem Banken Gelder bei der EZB parken können, bei -0,4 Prozent.

Der Leitzins, zu dem sich Banken Zentralbankgeld leihen können, liegt unverändert bei null Prozent. Mario Draghi blickt mittlerweile skeptisch auf die europäische Konjunktur und sieht die zuvor erhoffte Wirtschaftserholung in der zweiten Jahreshälfte als „nun weniger wahrscheinlich“. Dabei schiebt es die Problme weiter von der EZB und seiner Geldpolitik weg – und auf den Brexit und Trumps Handelskrieg. Die EZB stehe bereit, alle Instrumente anzupassen, um ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent zu erreichen. Trotz Wertpapierkäufen im Volumen von 2,6 Billionen Euro liegt die offizielle Teuerung bei nur 1,3 Prozent. Na bitte, geht doch – nur wer glaubt das wirklich.

Die Inflation in Europa liegt deutlich über den Leitzinsen, was eher für eine restriktivere Geldpolitik sprechen sollte. Die EZB ist und bleibt seit der Finanzkrise 2008 in Krisenmodus. Da lagen viele Ökonomen und Analysten falsch mit ihrer Einschätzung, dass sich das schon wieder zum Besseren entwickeln wird.

US-Zinsentscheid im Juli

Die Zinssenkung der US-Notenbank im Ende Juli um 25 Basispunkte war erwartet worden, einige Marktteilnehmer haben sogar auf 50 Basispunkte gehofft – und zeigten sich leicht enttäuscht, was auch an der Reaktion der Märkte und dem Goldpreis abzulesen war. Zuletzt gab es recht gute Wirtschaftsdaten aus den USA (Arbeitsmarkt, Inflation, Einzelhandelsumsätze) die auch eine Verschiebung der Zinssenkung auf September gerechtfertigt hätten.

Die Teuerung in den USA weiter auf hohem Niveau.
Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen lag Ende Juni bei -7,33 %, weshalb der Goldpreis mindestens um diese Rate der Geldentwertung ansteigen sollte. Die realen Zinsen in den USA sind seit Mitte der neunziger Jahre bereits negativ, wenn man seriöse Berechnungen des Konsumentenpreises heranzieht. Hier zeigt sich dann auch die extrem negative Korrelation zwischen Negativzinsen bzw. Inflation und dem Goldpreis. Das ist einer der Kernpunkte!

Sollte die US-Notenbank hingegen im September mit keinem weiteren Zinsschritt den Markt enttäuschen, so ist es auch möglich, dass es zu einer Bereinigung der Spekulation am Terminmarkt kommt und der Goldpreis schnell um weitere 50 USD nach unten korrigiert. Für jene, die langfristig agieren und weiter die Dips kaufen, der findet womöglich nach einem Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau neue Einstiegschancen.

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