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22. Oktober 2019

Wie geht es weiter an der Märkten?


Gefühlt befinden wir uns seit gut einem Jahr in der Krise. Ein „harter“ Brexit droht – mit Auswirkungen für Wirtschaft und Politik – die USA und China befinden sich im Handelskrieg. Auch an anderen Fronten drohen Handelskonflikte, dazu kommt noch der Iran-Konflikt und als Folge davon steigende Ölpreise.

Alle diese Störfaktoren haben das Wachstum der Weltwirtschaft schon ausgebremst. Mit unabsehbaren Folgen für Verbraucher und Unternehmen – und natürlich auch deren Gewinne. Es erscheint derzeit so, dass einzig die Notenbanken als letzter Fels in der Brandung stehen – indem immer mehr billges Geld in die Märkte gepumpt wird.

Mit dieser hochgradig spannenden Situation sehen sich Anleger heute konfrontiert. Demzufolge halten sich die Investoren in diesem Jahr mit Käufen bei Aktien zurück. Zwar verbuchen Index-Aktienfonds Zuflüsse, aber da aktiv verwaltete Aktienfonds Abflüsse verzeichnen, kann man eher von einem Substitutionseffekt sprechen und nicht von wirklich frischem Anlegergeld.

144x178Ganz anders sieht es bei Rentenfonds aus, diese können teilweise mit sehr hohen Renditen aufwarten – und werden regelrecht mit Geld überflutet.

Angefangen mit Fonds für Staatsanleihen, aber vor allem Schwellenländer-Anleihen und riskantere Fonds für Unternehmensanleihen werden gekauft, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch die Zuflüsse in riskante Bonds sind im Kontext des Marktzinses zu sehen. Der ist in weiten Teilen Europas negativ. Wenn Anleger also riskante Fonds kaufen, ist ihnen nicht zwingend auch Risikobereitschaft zu unterstellen – es sind wirklich interessante Zeiten!

Auf die Flows in Geldmarktfonds und Gold-ETFs achten

Die zuletzt hohen Zuflüsse in Geldmarktfonds und Gold-ETFs geben ein mutmaßlich ehrlicheres Bild der Anlegerstimmung. Cash-Fonds werden typischerweise in Krisenzeiten gekauft, auch wenn der Goldpreis eine aktienähnliche Volatilität aufweist, so gilt Gold nach wie vor als Krisenwährung.

Halten wir also fest, dass die Anlegerstimmung nicht wirklich gut ist. Auch die Optionsmärkte zeigen, dass viele Investoren nervös sind, dafür gibt es gute Gründe. Doch das Bild ist nicht vollständig, denn es gibt auch Argumente für Optimismus, es muss nur differenziert betrachtet werden.

Die Lage an den Märkten ist keinesfalls düster. Tatsächlich haben sich die Kapitalmärkte in diesem Jahr als grundsolide erwiesen. Auch wenn diese durchaus volatil sind, die Aktienkurse sind ordentlich gestiegen – die Kursverluste des Jahres 2018 sind überwiegend wettgemacht worden. Bei Rentenpapieren sehen wir sogar eine regelrechte Hausse.

Es ließe sich also die These vertreten, dass sich das bekannte Zusammenspiel fortsetzt: Die Aktienmärkte halten sich stabil bis freundlich, und die Notenbanken halten angesichts des Fehlens jeglicher Inflationssignale ihre Geldpolitik weiter auf expansivem Kurs, um das schwächelnde Wirtschaftswachstum zu bekämpfen. Insgesamt bleiben die Renditen an den Rentenmärkten unter Druck.

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