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20. Juli 2019

Unglaubliche Rallye bei Palladium


Platin und Palladium haben chemisch gesehen ähnliche Eigenschaften – und zählen zu den Platinmetallen. Wenn es aber um die Vermögensanlage- oder Absicherung geht, steht Palladium, ebenso wie Platin in der Regel im Schatten von Gold und Silber.

Schaut man sich aber die Preisentwicklung der letzten Jahre an, scheint an der These aber irgendetwas nicht zu passen. Seit seinem Tief des Jahres 2016 ließ Palladium alle anderen Edelmetalle weit hinter sich – der Preis je Unze stieg um unglaubliche 180 Prozent! Palladium ist demzufolge heute wertvoller – oder sollte man teurer sagen – als Gold.

Auch die Outperformance von Palladium gegenüber Gold, Silber und Platin in den letzten fünf Jahren ist interessant: Während sich der Preis einer Unze Palladium verdoppelte, durchliefen Gold, Silber und Platin eine Durststrecke, hier gab es deutliche Preisrückgänge. Aber auch Palladium ist durchaus schwankungsintensiv, nach einer so extremen Rallye müssen auch immer wieder Korrekturen eingeplant werden.



Verknappung treibt den Palladium-Preis

Bei Palladium trifft eine steigende Nachfrage auf ein knappes Angebot, das gibt dem Preis Auftrieb. Einer der Gründe für den Angebotsmangel sind die Russland-Sanktionen der USA und europäischer Staaten. Denn noch vor Südafrika und Kanada ist Russland der größte Palladium-Produzent.

Platin und Palladium spielen eine wichtige Rolle in der Auto-Industrie
Gold und Silber bewegen sich häufig in die gleiche Richtung, die Preise für Platin und Palladium stehen aber in keinem engen Zusammenhang zum Gold- und Silber-Kurs. Bei Gold und Silber ist vor allem die Nachfrage der Anleger von Bedeutung und geben so die Preisrichtung vor.

Bei Platin und Palladium dominiert dagegen die Nachfrage der Industrie. Der Verkauf von Barren und Münzen an Anleger sowie Investitionen in ETCs (börsennotierte Fonds) spielen für den Gesamtmarkt bei Palladium und Platin eine vergleichsweise geringe Rolle.

Nachfrage aus der Industrie deutlich höher

Platin und Palladium werden in der Industrie deutlich stärker nachgefragt als bei Gold – wobei Silber auch in der Industrie eingesetzt wird. Während bei Gold weniger als 10 Prozent der weltweiten Nachfrage auf die Industrie entfallen, sind es bei Silber knapp 60 Prozent. Vor allem Branchen wie Elektronik, Photovoltaik und Fotografie benötigen Silber für ihre Produkte.

Bei Platin gehen zwei Drittel der pro Jahr umgesetzten Menge in die Industrie, 40% allein in die Auto-Industrie. Bei Palladium dominiert die Auto-Industrie noch stärker, denn sie steht allein für 70 bis 80 Prozent der weltweiten Nachfrage. Die Schmuckbranche spielt prozentual gesehen im Gegensatz zu Gold und Silber kaum eine Rolle.

Palladium und Silber sind demzufolge stärker von wirtschaftlichen Entwicklungen beeinflusst! Je nachdem, ob die Branchen, die Edelmetalle benötigen, boomen oder nicht, schwankt auch die Nachfrage nach Silber, Platin und Palladium. Das kann für zyklische Preisschwankungen sorgen, die es bei Gold in diesem Ausmaß nicht gibt. Die Preisentwicklung bei Platin und Palladium ist dagegen seit vielen Jahren stark von der Auto-Industrie abhängig, denn beide Edelmetalle werden in Katalysatoren eingesetzt. Die stetige weltweite Verbreitung der Abgasreinigung und immer strengere Auflagen haben für ein starkes Wachstum der Nachfrage nach Platinmetallen gesorgt.

Platin und Palladium im Performence-Vergleich

Bei Platin war das weltweite Angebot in den letzten Jahren relativ konstant. Während aber der Preis für Platin auf den tiefsten Stand seit 2008 gefallen ist, ist Palladium nahezu explodiert – und ist auf ein neues Allzeithoch gestiegen.

Die starke Nachfrage bei Palladium wird nach Meinung der Experten noch eine ganze Weile bestehen bleiben. Die Voraussetzungen dafür, dass Palladium weiter steigen kann, sind daher grundsätzlich positiv zu sehen.

Die Rallye bei Palladium wird sich dennoch nicht endlos fortsetzen. Wegen der ähnlichen Eigenschaften könnte die Auto-Industrie auch auf das günstigere Platin zurückgreifen oder andere Wege finden, Palladium zu ersetzen. Das würde aber mindestens einen Vorlauf von eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, vermuten Fachleute.

Das hat es in der Vergangenheit im übrigen schon gegeben, zeitweise war Paltin viermal so teuer wie Palladium. Das hatte dann zur Folge, dass in der Industrie Platin durch Palladium ersetzt wurde. Eine solche Entwicklung könnte es umgekehrt in den nächsten Jahren geben, denn Palladium ist nun etwa um 75 Prozent teurer als Platin. Wobei bei Palladium zu beachten ist, dass dieses Metall sehr zyklisch reagiert.

Aussichten für beide Metalle
Sowohl Platin, als auch Palladium sind interessante Edelmetalle für Anleger. Die Preisentwicklung hängt bei beiden Metallen aber stark von technologischen und konjunkturellen Entwicklungen in der Industrie ab. Abzuwarten bleibt diesbezüglich auch die weitere Entwicklung in der Automobilindustrie, sowie die Fördermengen in den Ländern, in denen Platin und Palladium gefördert werden. Für langfristig orientierte Anleger, die zum Schutz vor einer Finanzkrise – oder einer deutlich steigenden Inflation in Edelmetalle investieren möchten, sind vor allem Gold und mit Abstrichen auch Silber deutlich besser geeignet.

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