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26. Mai 2019

Neuer strategischer Ansatz von ETFs


Dieser in Deutschland bisher kaum bekannte Begriff bezeichnet einen weiteren – und neueren strategischen Ansatz im ETF-Markt. Der Unterschied zum reinen Index-ETF ist, dass sich ein RAFI-ETF nicht zwangsläufig auf einen Index beziehen muss, sondern ein durch den ETF-Anbieter vorgegebenes Modell darstellt – nach dem die Investitionsentscheidung getroffen wird. Demzufolge handelt es sich dann nicht mehr um einen passiven ETF, denn zu einem gewissen Grad greift der ETF-Anbieter aktiv ins Portfolio ein, wenn auch auf Basis vorher festgelegter und eindeutiger Regeln. Dadurch erhöhen sich natürlich die Verwaltungskosten p.a. – da dieser ETF dann aktiv gemanagt wird. Ein gutes Beispiel dafür sind die Smart Beta-ETFs, die quasi im Ansatz einen klassichen Fonds mit einem ETF kombinieren.

Nachfolgend einige Beispiele für diese Art von ETFs

  • Factor-Investing
    Factorinvesting beschreibt die Strategie, gewisse fundamentale Faktoren (bzw. deren Ausprägungen), die langfristig eine Benchmark outperformen, aufzuspüren und anschließend gezielt in die Investitionsentscheidung einfließen zu lassen. Typische Faktoren sind etwa Cashflow, Price-to-Book-Ratio, Verschuldungsgrad, aber auch zeitreihenbezogene Faktoren wie etwa Momentum oder Low Volatility.
  • Balanced-Risk
    Im Vergleich zu den üblicherweise marktkapitalisierungsgewichteten Indizes wie etwa Dax oder den DOW 30 gewichten Balanced-Risk-ETFs die Indexkomponenten nach dessen Risiko, also deren Volatilität. Eine historisch schwankungsärmere Aktie wird dann etwas höher gewichtet, als eine historisch betrachtet schwankungsstärkere Aktie. Passende Beispiele dafür wären Versorgeraktien, die in der Regel nicht so schwankungsintensiv sind, wie zum Beispiel der bereich Technologie.
  • Smart Beta ETFs
    Smart Beta bezeichnet eine Reihe von Investmentstrategien, bei denen alternative Indexkonstruktionsregeln implementiert werden, als üblicherweise bei den klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes. So kann Smart Beta bspw. bedeuten, dass ein Portfolio nach dem jeweiligen Risiko gewichtet wird. Eine andere Strategie sieht hingegen schlicht eine Gleichgewichtung aller Wertpapiere vor.

    Smart Beta ist jedoch kein präzise definierter Begriff, so verstehen manche Anbieter unter Smart Beta auch die Idee, ein Minimum-Varianz-Portfolio zu konstruieren. Hier werden lediglich Aktien mit historisch geringerer Schwankungsbreite, also geringerer Volatilität gekauft. Der Grund für diese Strategie ist die Tatsache, dass Aktien mit geringer Volatilität solche mit hoher Volatilität langfristig outperformen bzw. der häufig angenommene lineare Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko nicht besteht.

Fazit:
Zum einen werden natürlich immer wieder neue Produkte kreiert, schon aus Gründen des Marketings – zum anderen suchen die ETF-Anbieter laufend nach Optimierungsmöglichkeiten. Das bedeutet, höhere Rendite als bei einem Index-ETF, also mit der Chance der Outperformence – aber dennoch mit geringeren Kosten als bei klassischen Investmentfonds.

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