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20. Juli 2019

Energieversorger als Dienstleistungsunternehmen


In vielen Branchen findet ein digitaler Wandel statt – das gilt auch für den Energiebereich. Was verändert sich zuküftig, sowohl für die Kunden der Energieversorger, als auch für die Unternehmen selbst?

Die Geschäftsprozesse werden in Zukunft komplett digital sein, das ist nur eine Frage der Zeit. Dass heute noch Papier zwischen Kunden und Energieversorger hin und her geschickt wird, ist nicht mehr zeitgemäß. Auch die Rollenverteilung wird zukünftig anders aussehen, die Kunden werden nicht mehr nur Strom und Gas vom Versorger beziehen. Was aber nichts daran ändern wird, dass der klassische Kunde die Stromtarife nach wie vor vergleichen sollte.

Kunden werden teilweise selbst Energie produzieren, die Energie verbrauchen, speichern und ggf. verkaufen. Energieversorger werden ihren Kunden Strom abkaufen und zuliefern, wenn deren Eigenproduktion nicht ausreicht. Die Unternehmen werden zukünftig demzufolge mehr Dienstleister sein, da die Kunden das nicht allein organisieren können oder wollen. Gleichzeitig könnte sich die Kundenbeziehung mehr zu einer Partnerschaft entwickeln, von der beide Seiten profitieren und nicht nur einer. Denn bezahlt hat bisher immer nur der Kunde.

Versorger dürfen den Einstieg nicht verpassen

Was muss aus Sicht der Energieversorger passieren, damit dies gelingt und der Anschluss nicht verpasst wird? Die Unternehmen müssen komplett auf eine vollständige Digitalisierung umstellen – und sich vom herkömmlichen Strom- und Gasversorger zum modernen Dienstleister wandeln. Dazu gehören auch Angebote rund um die kundeneigene Stromproduktion – die gespeichert werden muss, sowie die Installation geeigneter Stromzähler.

Der nächste Schritt könnte dann in Richtung Elektromobilität und Smart Home gehen. Die nächsten Jahre werden vom anhaltenden Wandel der Branche geprägt sein – für Energieversorger wird ständige Veränderung somit zum Alltag gehören.

Energieversorger als Dienstleister im digitalen Wandel

Kunden und alle beteiligten Partner müssen in die Lage versetzt werden, die für den Strom- und Gasbezug notwendigen Geschäftsprozesse einfach, schnell und sicher digital abzubilden. Bereits jetzt ist die Kommunikation mit den Kunden nahezu vollständig digitalisiert. Nur wer es ausdrücklich verlangt, erhält in der Regel heute noch Informationen auf Papier – und über den Postweg.

Der Kunde macht alle Angaben über ein modernes Online-Kundenportal. Teilweise geht das soweit, dass die Unternehmen den Kommunen anbieten, ihren eigenen Strom- und Gaslieferanten vollständig digital aufzubauen. Über ein eigenes Partnerportal werden dann für die Partner eigenen Strom- und Gastarife online erstellt. Auch eigene Tarifrechner können auf diese Weise erstellt und direkt online veröffentlicht werden.

Wie kann die Sicherheit gewährleistet werden

Ein ganz wesentliches Kriterium ist es, sich vor Hackern und Angriffen in der digitalen Welt zu schützen. Die Gefahren im Zusammenhang mit der Digitalisierung sind in der Energiewirtschaft ebenso groß wie in anderen Bereichen. Bei den Strom- und Gasnetzen handelt es sich aber um eine kritische Infrastruktur. Die Auswirkungen bei Netzausfällen werden mit zunehmender Digitalisierung dramatischer sein. Im Bereich des Energievertriebs muss die Datensicherheit bezüglich der Kundendaten – wie in allen anderen Bereichen auch – sichergestellt sein.

Vorausschauende Wartung

Ein gutes Beispiel für die Sicherheit im digitalen Wandel ist E.ON, die einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt haben, der vorhersagen kann, wann die Mittelspannungskabel im Stromnetz ausgewechselt werden müssen. Das System nutzt verschiedene Datentypen, um Muster und Schwankungen in der Stromerzeugung zu ermitteln. Dabei werden auch Faktoren wie Witterung und Blitze berücksichtigt. Studien haben gezeigt, dass dieser intelligente Ansatz die Anzahl der Netzausfälle deutlich senken kann. Sie liegt um 30 % niedriger als bei einem konventionellen Ansatz. Das wiederum bedeutet für Kunden und Partner eine größere Versorgungssicherheit und eine bessere Netzqualität.

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