Krankenversicherung – Änderungen 2012

25. January 2012 |Kategorie: Aktuelles, Allgemein

Zu jedem Jahreswechsel gibt es Veränderungen in der Versicherungslandschaft. Bei der Krankenversicherung sind das regelmäßig die Anpassungen von Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze. Dieses Jahr gibt es aber weitere wichtige Änderungen.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist vor allem für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer wichtig, die über ein hohes Einkommen verfügen. Denn dieses wird nicht vollständig für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge herangezogen. Nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze wird das Einkommen berücksichtigt. Diese Grenze wird jährlich entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung angepasst. Während der Betrag 2011 noch bei 3.712,50 Euro brutto monatlich lag, wurde er für 2012 auf 3.825,00 Euro angehoben. Für gutverdienende gesetzlich Versicherte bedeutet dies, dass zirka drei Prozent mehr Ihres Einkommens bei der Beitragsberechnung herangezogen wird, sie also höhere Krankenversicherungsbeiträge bezahlen müssen.

Ebenfalls erhöht, wurde die Versicherungspflichtgrenze (JAEG). Nur Arbeitnehmer, die ein Einkommen über dieser Grenze haben, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung eintreten. 2011 lag die Grenze bei 49.500 Euro brutto im Jahr, nun im Jahr 2012 müssen Arbeitnehmer mindestens 50.850 Euro verdienen, um sich privat versichern zu können. Beamte, Freiberufler, Studenten und Selbständige können dies hingegen unabhängig von ihrem Einkommen tun.

Gleichzeitig gab es zum 1.1.2012 zum ersten Mal seit 1987 eine Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte. Sowohl für privat als auch gesetzlich Versicherte bedeutet dies höhere Zahnarztkosten, insbesondere für Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen.

Die wohl wichtigste Änderung im Jahr 2012 wird jedoch die Einführung der Unisex-Tarife sein. Nicht nur bei der privaten Krankenversicherung werden Beiträge abhängig vom Geschlecht berechnet. Auch bei Lebensversicherung, der Kfz- und der BU-Versicherung müssen Männer und Frauen bisher unterschiedlich hohe Beiträge zahlen. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch beschlossen, dass diese Praxis nicht rechtmäßig ist. Daher müssen alle Versicherungsgesellschaften in Deutschland für die entsprechenden Produkte spätestens ab dem 21. Dezember 2012 sogenannte Unisex-Tarife anbieten. Bei diesen darf das Geschlecht keine Rolle mehr bei der Beitragsberechnung haben. Momentan ist noch unklar, wie sich dies auf die Versicherungsbeiträge auswirken wird. Allerdings ist schon bekannt, dass die neue Regelung keinen Einfluss auf Altverträge haben soll, sondern nur Neukunden betreffen wird.

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2 Comments to “Krankenversicherung – Änderungen 2012”

  1. Wenn man bedenkt, auf welchen Rücklagen die GKV gerade liegt, mutet es fast schon unverschämt an, dass die nahezu überall die Daumenschrauben andrehen. Der Grundsatz, erwirtschaftete Überschüsse in Form niedrigerer Beiträge oder besserer Leistungen an die Versicherten weiterzugeben, muss wohl irgendwo hinten runter gefallen sein.

  2. Anne Indo says:

    Die Änderungen 2012 sind eigentlich relativ moderat. Es gab viel interessante Änderungen als es z.B. darum ging, dass man die Beiträge als Selbständiger abzusetzen.

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