Kontoführungsgebühren als wiederentdeckte Einnahmequelle

11. November 2016 |Kategorie: Aktuelles, Allgemein

Der gefallene Leitzins der EZB bringt für Verbraucher große Vorteile mit sich. Das Leihen von Geld ist dadurch so günstig geworden wie nie. Diese Finanzierungen zu Prozentsätzen von gerade einmal 2 oder 3 % verleiten den Verbraucher zu großen Anschaffungen.

Für die Banken sind dabei allerdings nur mäßige Umsätze möglich, weil sie mit ihrem Geld bei der EZB überhaupt keinen Ertrag erhalten und auch vom Kreditnehmer nur minimale Gewinne einstreichen können. Eine weitergehende, bildliche Erklärung findet sich in der Infografik zu den Kontoführungsgebühren.


Dieser Kampf auf Niedrigzinsniveau belastet die Kassen der Banken. Besonders eine Filialbank hat laufende Kosten für Gebäude, Mitarbeiter und Ausrüstung zu bedienen. Diese Kosten können nicht kurzfristig gesenkt werden, da eine derartige Umstrukturierung mit einem enormen Aufwand und gewaltigen Kosten verbunden ist. Die Direktbank kann im Gegensatz dazu deutlich flexibler agieren. Sie besitzt diese Kosten ebenfalls, aber in einer weitaus kleineren Dimension. Die Direktbank muss also lediglich auf Bonuszahlungen verzichten, wenn die Filialbank bereits um ihre Existenz am Markt kämpft.

Die Einnahmen der Banken sinken durch die niedrigen Zinssätze immer weiter und es braucht daher eine Einnahmequelle, welche diesen Ausfall kompensiert. An eine baldige Erhöhung des Zinssatzes von Seiten der EZB ist derzeit allerdings nicht zu denken.

Kontoführungsgebühren als Rettungsanker

Kontoführungsgebühren wurden von einem Großteil der Banken im Zuge des Wettbewerbs abgeschafft, um Kunden zu gewinnen. Besonders Kunden mit regelmäßigem Einkommen wurden von der Zahlung der Gebühren befreit. Über Kontoführungsgebühren finanziert allerdings auch eines der bekanntesten deutschen Kreditinstitute seit Jahrzehnten eine hohe Anzahl an Filialen im gesamten Bundesgebiet.

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Banken diesem Beispiel folgen werden, um sich am Markt zu halten. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass sich dieser Kampf in die entgegengesetzte Richtung fortsetzt. Welche Bank hält länger aus, ohne die Kontoführungsgebühren wieder einzuführen?

Schreibe einen Kommentar