Finanzlexikon J

Joint Forum on Financial Conglomerates (so auch im Deutschen): Im Jahr 1996 gegründetes internationales Gremium aus Vertretern der Finanzmarktaufsicht mit dem Hauptziel, Grundsätze für die Beaufsichtigung von Finanzkonglomeraten zu entwickeln. Es sind im einzelnen verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet.

Siehe Ausschuss-Wahn, Finanzkonglomerat, Gigabank, Interim Working Committees on Financial Conglomerates, Joint Committee on Financial Conglomerates. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 32 f., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2005, S, 48 ff., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 38 (Studie über Kreditrisiko-Transfer), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 38 f. (Empfehlungen zur Kapitalausstattung auf internationaler Ebene sowie zu sektorübergreifenden Aufsichtsgrundsätzen) und den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel „Internationales“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Jumbo-Anleihe (jumbo bond; jumbo = Koloss, Riese): Begebung einer Anleihe mit einem sehr hohen Emissionsvolumen.(an issue of securities for a high nominal amount, often in excess of Euro 1 bn). Jumbo-Anleihen werden hauptsächlich von Staaten und staatlichen oder übernationalen Institutionen, in Europa oft aber auch von Hypothekenbanken aufgelegt. Sie verringern die Emissionskosten und gewährleisten eine hohe Liquidität, sprich: eine gute Handelbarkeit (a jumbo issue both minimises issue costs and increases the liquidity of the security). – Siehe Emissions-Kalender, Jumbo-Pfandbrief. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2008, S. 37 („Länder-Jumbos“). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Junk-Bonds (junk bonds; high-yield bonds; cats and dogs): Hochriskante Anleihen von Unternehmen mit zweifelhafter Zahlungsfähigkeit; sie haben mit anderen Worten ein schlechtes Rating. Es besteht ein hohes Ausfall-Risiko, gleichzeitig wird jedoch eine ungewöhnlich hohe Verzinsung in Aussicht gestellt. Mit solchen Junk-Bonds (junk = Schrott, Ramsch) wurden in den USA früher häufig Firmenübernahmen finanziert. Die Anleger hofften auf eine wirtschaftliche Erholung des Unternehmens und somit auf eine weit überdurchschnittliche Rendite.

Vielfach wird auch heute die Meinung vertreten, gerade die Chance auf eine dermassen hohe Rendite (Zitterprämie; trembling premium) kompensiere das ebenfalls überdurchschnittlich hohe Risiko solcher Junk-Bonds. Siehe Dampfstube, Dingo-Werte, Geheimtip, Glamour Stocks, Katastrophen-Anleihen, Penny-Stocks, Pump and Dump, Pyramide, Rekonstruktion, Terror-Papiere, Zitronenhandel, Zitterprämie. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 125 f. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.