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13. Dezember 2017

Finanzlexikon H

Hausbank (relationship bank): Ein Kreditinstitut, das mit einem Unternehmen eine dauerhafte Geschäftsbeziehung eingeht, die auf tiefgreifenden, umfassenden Informationsaustausch gründet und das Unternehmen vor Liquiditätsengpässen und starken Schwankungen in den Finanzierungskosten absichert. Empirisch nachgewiesen ist für Deutschland, dass Unternehmen mit einer Hausbankbeziehung im Vergleich zu anderen Firmen geringere Kreditzinsen zahlen.

Siehe Beziehungsbankgeschäft, Beziehungsmanagement, Branchen, standortgebundene, Clubbing, Finanzierungsprämie, externe, Asset Backed Securities-Collateralised Debt Obligation, Konzentrationsrisiken, Kundennähe, Multisourcing, Negativauslese. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2006, S. 38 f. (Gefahren des Relationship Banking), Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 104 f. (Hausbanken schirmen Kunden in Krisenzeiten ab). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Herstatt-Pleite (Herstatt collapse): Die Insolvenz der damals hoch angesehenen Kölner Privatbank Iwan D. Herstatt in Köln im Juni 1974; sie galt als eine erste Adresse auf dem Finanzmarkt. Mit rund 1,2 Mia DEM Schulden aus gewagten Devisenspekulationen wurde die Bank von der Aufsichtsbehörde geschlossen. Zahlreiche private Einleger verloren ihr Vermögen und wurden zum Teil selbst in den Konkurs getrieben. Auch öffentliche Einleger waren geschädigt, wie etwa die Stadt Köln, die Stadt Bonn und das Erzbistum Köln. Die Insolvenz hatte eine nachhaltige Signalwirkung und war der Anlass, die Einlagensicherung in Deutschland gesetzlich vorzuschreiben. Siehe Adressenausfall-Risiko, Anlegerschutz, Feuerwehrfonds, Reithinger-Masche, Sicherungspflicht, Spekulation, Überlauf-System. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Homebanking auch Telebanking (home banking, direct banking, telebanking): Abwicklung von Bankgeschäften mittels elektronischen Zugangs des Kunden. Dem Homebanking werden durch den Übergang von der „Generation Wählscheibe“ (Fernsprechteilnehmer, die ihren Zeigefinger noch in Zahlenkreise steckten) zur computergewohnten Generation@ von manchen Experten hohe Zuwächse vorausgesagt. Andere bestreiten dies mit Verweis auf die bisherige, gesamthaft gesehen doch eher bescheidene Entwicklung sowie auch auf die Sicherheits-Risiken beim elektronischen Verkehr mit der Bank. Siehe Automaten-Abhebegebühr, Bank, gemischte, Bezahlverfahren, innovative, Direct Brokerage, E-Zahlung, Filialsystem, Holzhammerangriff, Internetbank, Metcalfe-Regel, , Online-Banking, Remote Banking, Sofa-Banking. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2006, S: 24 f. (Ertragslage der Internetbanken seit 2000), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2009, S. 62 ff. (Entwicklung einzelner Verfahren des Mobile-Banking; Literaturhinweise). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

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