Finanzlexikon C

Cap-Hypothek (cap mortgage): Vertrag, bei dem eine Hypothek zu veränderlichen Zinsen aufgenommen wird. In der Regel geschieht die Zinsanpassung vierteljährlich und richtet sich nach einem vereinbarten Referenzzinssatz, wie etwa dem EURIBOR. Im Jahr 2007 entfielen knapp 15 Prozent der Hypothekarkredite in Deutschland auf Verträge mit variablen Zinsen, in den USA etwa 60 Prozent. Siehe Langfristkultur, Zinsoption. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Commerzbank Diese 1870 gegründete zweitgrösste deutsche Grossbank (nach der Deutschen Bank) kam im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise ins Schlittern. Sie musste im Januar 2009 vom Staat gerettet werden. Siehe Bailout, Bank, systemische, Bankenrettungsgesetz, Banktestament, First-Mover-Bonus, Moral Hazard, Notfallfonds für Krisenbanken, Too big to fail-Grundsatz. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 18 (Einzelheiten der Teilverstaatlichung). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Courtage (brokerage, procuration money, broker’s commission): Allgemein das Entgelt, welches ein Makler für seine Dienste bei einer (erfolgreichen) Geschäftsvermittlung enthält. Im besonderen die Vermittlungsgebühr beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Waren oder Devisen an der Börse. Nach deutscher Rechtsprechung müssen vor allem bei Geschäften auf dem Finanzmarkt sämtliche Modalitäten in Zusammenhang mit der Courtage (wie Berechnungsrat, Betrag, Fälligkeit) unmissverständlich klargelegt werden. Siehe All-in-Fee, Bankgebühren, Billing, Deduktion, Disagio, Geschäfte, provisionsabhängige, Gebühr, Maklergebühr, Marge, Provision, Vergütung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Credit Default Swap, CDS (so auch im Deutschen gesagt, manchmal auch: Kreditausfall-Swap oder Kreditausfall-Versicherung): Ein seit 1994 eingeführtes Finanzprodukt, mit dem Ausfallrisiken von Anleihen oder Darlehn vermarktet werden können. Die Grundlage (den Basiswert) bilden handelbare Schulden. Der CDS ist damit ein vom Basiswert abgeleitetes Produkt: ein Derivat und praktisch eine Versicherungsprämie für das Ausfall-Risiko, ein Kreditrisiko-Transfer. Das heisst genauer: nur das Risiko wird gehandelt, nicht (wie sogar in Lehrbüchern zu lesen ist) der Kredit gesamthaft.

Mit dem Abschluss eines CDS verpflichtet sich der Sicherungsgeber (fixed rate payer), bei Eintritt eines vorab genau bezeichneten (in der Regel durch Bezugnahme auf die Rahmenverträge der International Swaps and Derivates Association, ISDA) Kreditereignisses (credit event) eine Ausgleichszahlung an den Sicherungsnehmer (floating rate payer) zu leisten. Im Gegenzug erhält er vom Sicherungsnehmer eine Prämie. Deren Höhe hängt hauptsächlich ab von Œ der Bonität des Übertragenden (des Referenzschuldners), der Laufzeit des Kontrakts, Ž der genauen Festlegung des Kreditereignisses (etwa: Verzug, Teilausfall, vollständige Zahlungsunfähigkeit) und der Bonität des Sicherungsgebers (Risk Takers). Die Prämie für CDS hat sich mittlerweile zu einem weithin beachteten Indikator für die Kreditqualität von Unternehmen, Banken und im Falle von Staatsanleihen auch ganzer Länder entwickelt. CDSs werden bis anhin noch ausserbörslich gehandelt; dadurch kann man auf ganz besondere, nicht standardisierte Wünsche beider Kontrahenten eingehen.

Der CDS-Markt nimmt häufig Rating-Abstufungen vorweg. Das Volumen der CDS stiegt von 1 000 Mrd USD im Jahre 2002 steil an auf 17 000 Mrd USD Ende 2005 und ist bis Herbst 2008 auf 62 000 Mrd USD angestiegen: das ist ungefähr so gross wie das Bruttosozialprodukt der gesamten Welt. Teilnehmer an diesem Märkten für den Kreditrisiko-Transfer sind neben Banken vor allem auch Hedge-Fonds und Pensionskassen. Zentralbanken und Aufsichtsbehörden bemühten sich seit der Subprime-Krise verstärkt darum, den CDS-Markt durchsichtiger werden zu lassen.

Die Berichtspflichten waren gering und der Handel nicht reguliert. Gegenparteien, wie vor allem schwach regulierte Versicherungen in den USA, kamen im Zuge der auf die Subpri-me-Krise folgenden Finanzkrise in Schwierigkeiten. Banken erlitten dadurch erhebliche Verluste von Kreditposten im Handelsbuch; und dies zu einer Zeit, als die Institute durch die Zurücknahme weitgehend illiquider Aktiva aus Zweckgesellschaften belastet wurden. Erst die auf Drängen der EU-Kommission errichtete Eurex Credit Clear brachte etwas mehr Festigkeit in diesen Markt.


Siehe Collateralised Debt Obligation, synthetische, Credit Default Swap-Indizes, Euronet, Kreditderivat, Pfandpoolverfahren, Portfolio-Versicherung, Rating, Spekulation, destruktive, Trade Assignment. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 22, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2004, S. 43 ff. (dort auch Darlegung vieler Einzelheiten des Marktes und Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2005, S. 87 (CDSs als Ausdruck der Marktmeinung über die Bonität einer Bank; S. 88: Prämien 2003-2005 deutscher Banken im Vergleich), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2006, S. 37 ff. (Informationen auch zum aufsichtsrechtlichen Umfeld), Vgl. Jahresbericht 2007 der BaFin, S. 31 f. (abrupter Umschwung bei den CDSs im Zuge der Subprime-Krise; Übersicht), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 46 (Anforderungen an die Nachhandelstransparenz), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 164 ff. (Beschwerden in Bezug auf Lehman-Zertifikate). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.