Finanzlexikon B

Bad Bank (so auch im Deutschen gesagt, seltener Auffangbank und Abwicklungsanstalt): Verschiedentlich (vor allem in Japan und Schweden) vorgeschlagene staatliche Auffanggesellschaft für faule Kredite und toxische Papiere. Diese könnte Forderungen notleidender Institute bündeln, als Wertpapiere verpacken und am Kreditmarkt unterbringen. Letzten Endes würde aber hier die Steuerzahler für fehlgeleitete Geschäfte der Banken zur Kasse gebeten. Im Zuge der Subprime-Krise wurde in den USA im Herbst 2008 ein Fonds ins Leben gerufen, der alle Merkmale einer Bad Bank aufweist.

Siehe Bad Bank-Modell, deutsches, Bad Bank-Problem, grundsätzliches, Bilanzbereinigung, Mittelstandsbank, Risikokapital, Staatsfonds, Verbriefung, Wasserfall-Prinzip. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2009, S. 75 f. (Massnahmen im Zuge des Bad-Bank-Modells in ihren Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen), Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 25 ff. (von Bad Banks beeinflusste Bilanzpositionen; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bad Bank-Modell, deutsches (German bad bank model): In Deutschland 2009 nach dem im Oktober 2008 in Kraft getretenen Finanzmarktstabilisierungsgesetz verabschiedete Regelungen, um bleibende Unsicherheiten für das Finanzsystem und die Realwirtschaft zu beseitigen. Denn das FMStG zielte nur auf die Passivseite der Banken und konnte die Unsicherheit hinsichtlich der auf der Aktivseite gebuchten Posten nicht beheben. Man schätzte im Frühjahr 2009 hier einen Betrag von 200 Mrd EUR an toxischen Papieren. Diese konnten die Banken nun über eine längere Zeit hinweg abschreiben, ohne die Institute von einer verursachergerechten Verlusthaftung zu entbinden. Siehe Bad Bank, Finanzkrise, Finanzmarktstabilisierungsanstalt, Mondpreis, Papiere, toxische, Subprime-Krise. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Mai 2009, S. 56 ff. (Bad Bank-Modell in seinen Grundzügen; Beurteilung des Erfolgs), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 93 (kurze Zusammenfassung des Bad-Bank-Gesetzes). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bank (bank, banking institution): Jedes Unternehmen (selbst in Gestalt einer Einpersonenfirma), das auf Finanzmärkten irgendwelche Dienstleistungen (auf welchem Vertriebsweg auch immer) anbietet (sehr weiter Begriff der Umgangssprache). Wegen des gesetzlichen Bezeichnungsschutzes in Deutschland vgl. § 39, Abs. 1 KWG. Gebäude, in dem Bankgeschäfte abgewickelt werden (brick and mortar bank). In der Statistik der EZB zuweilen Monetäre Finanzinstitute, die ausserhalb des Euro-Währungsgebiets ansässig sind; vgl. dazu die Erläuterungen im Teil „Statistik des Euro-Währungsgebiets“ des jeweiligen Monatsberichts der EZB. In der (internationalen) Statistik der BIZ entspricht der Begriff Bank in etwa dem Begriff Monetäres Finanzinstitut. Siehe Bank, gemischte, Bankgelände, Bankensystem, Bankier, Container-Banking, Direktbank, Internetbank, Finanzdienstleistungsinstitut, Finanzinstitut, monetäres, Institut, Internetbank, Kreditbanken, Kreditinstitut, Markteintrittskosten, Multikanalbank, Online-Banking, Schwindelbank, Underground Banking. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 83 ff. (Bankensektor im Eurogebiet) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin (dort auch aufsichtsrechtliche Gruppierung der Banken), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. 37 ff. (Ertragslage seit 1999; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankauskunft (bank inquiry; bank reference): Die verpflichtende Offenlegung von Kundendaten seitens eines Instituts gegenüber Dritten. Gesetzliche Bestimmungen zwingen Banken in bestimmten Fällen zur Mitteilungspflicht gegenüber Behörden (Staatsanwaltschaft, Finanzamt, Insolvenzgericht) ohne Zustimmung und ohne Wissen des Kontoinhabers. Die auf Wunsch eines Kunden von der Bank einer von dem Kontoinhaber bezeichneten Person oder Behörde abgegebene Empfehlung (Referenz). Siehe Address-Spoofing, Bankgeheimnis, Finanzgeier, Geldwäsche, Identitätsprüfungspflicht, Internet-Angebote, Konto, anonymes, Konto, falsches, Kontenoffenlegung, Kontosperre, Kundendaten-Informationspflicht, Schattenbankbereich, Nominee, Tafelgeschäft, Zahlungsverkehrsverordnung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankbasierung (based on banks): In der Finanzsprache Bezeichnung dafür, dass die Unteernehmensfinanzierung hauptsächlich über Darlehn der Banken geschieht, also nicht vornehmlich über die Begebung von Schuldtiteln. Im Unterschied zu den USA erfolgt im Eurogebiet ein Grossteil der Finanzierung der Unternehmen über Bankkredite. Für die Zentralbank folgt aus dieser Tatsache, dass sie der Liquiditätsversorgung der Banken besondere Aufmerksamkeit widmen muss, damit die Institute zu günstigen Bedingungen Darlehn an Unternehmen vergeben können. Siehe Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Kreditklemme, Quantitative Easing. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. 18 ff. (Bedeutung der Bankkredite als Finanzierungsquelle; Übersichten; S. 25: ökonometrisches Schätzmodell der Darlehn). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankbuch (turnover register, non-trading portfolio, bank pass book, bank-book): In älteren Dokumenten ein Verzeichnis, das die Umsätze eines Unternehmens aufnimmt. Nach IAS 39 der ausgewiesene Bestand an Darlehn und Wertpapiere einer Bank. Andere Bezeichnung für ein Banksparbuch. ach § 18 UStG vom Kontoinhaber zu besorgende Aufzeichnungen über alle Geldumsätze, die über ein Bankkonto getätigt werden. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankenfinanzierung (financing by banks): Wenn nicht anders definiert, so versteht man darunter den Anteil, den Banken an der Versorgung der Unternehmen mit Geld einnehmen. Im Eurogebiet laufen etwa siebzig Prozent aller Finanzierungen über Banken. Siehe Finanzierung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. 18 (zwei Fünftel der Verschuldung deutscher Unternehmen beruhen auf Bankkrediten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankenkommission, Eidgenössische, EBK (Federal Banking Commission): In der Schweiz unabhängige Aufsichtsbehörde über Banken und Anlagefonds. Vgl. zur Zusammenarbeit mit dem deutschen BaFin Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 115 f. (Schweizer Banken wurden von der Aufsicht in Deutschland freigestellt). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.


Bankenliquidität (liquidity of the bank system): Flüssige Mittel, welche die Banken zur Aufrechterhaltung ihrer Zahlungsbereitschaft benötigen. Aus Sicht der einzelnen Bank zählen dazu grundsätzlich alle Aktiva, die jederzeit in Zahlungsmittel umgetauscht (liquidisiert) werden können, wie börsengängige (marketable) Wertpapiere oder Guthaben bei anderen Kreditinstituten. Das Bankensystem als Ganzes kann aber nicht mit Forderungen der Banken untereinander bezahlen, sondern nur mit Zentralbankgeld. Zur gesamtwirtschaftlichen Liquiditätsausstattung der Banken gehören daher lediglich ihre aktuellen Bestände an Zentralbankguthaben und Kassenmitteln (Bargeld) zuzüglich ihrer möglichen Guthaben, die sich bei der EZB über deren Fazilitäten beschaffen können. Siehe Benchmark-Zuteilung, Liquiditätsmanagement, Solvenzaufsicht. Vgl. zur Liquiditätslage der Banken den Anhang „Statistik des Euro-Währungsgebiets“ im jeweiligen Monatsbericht der EZB, Rubrik „Monetäre Entwicklungen, Banken und Investmentfonds“. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankensystem (bank system): Alle im Clearingverkehr stehenden Banken in einem Währungsgebiet oder weltweit gesehen. Die Geschäftsbanken und die Zentralbank in einem Währungsgebiet. Siehe Finanzsystem. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, BIZ (Bank of International Settlements, BIS): Als „Bank der Zentralbanken“ mit Sitz in Basel 1930 als Aktiengesellschaft gegründet, obliegt ihr die Festigung der zwischenstaatlichen Währungsbeziehungen auf fast allen Gebieten, vor allem auf dem Sektor des Aufsichtsrechts. Die Bank ist Subjekt des Völkerrechts und hat exterritorialen Stellung auf schweizerischem Staatsgebiet. Der BIZ oblag auch die technische Abwicklung der Europäischen Zahlungsunion, mit deren Hilfe sowie der Unterstützung durch die USA die Konvertibilität der meisten (west)europäischen Währungen nach dem Zweiten Weltkrieg schon ab 1958 erreicht werden konnte. In neuerer Zeit wurde die BIZ vor allem durch den Ausschuss für Bankenaufsicht bekannt, der ein umfassendes Regelwerk für die Tätigkeit der Banken in (fast) allen Geschäftsbereichen festlegte. Siehe Basel-II. Vgl. Monatbericht der EZB vom Januar 2001, S. 82 wegen weiterer Informationen.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankfusionen (bank mergers): Zusammenschlüsse von Banken bedürfen immer auch der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Diese prüfen besonders die Vereinbarkeit der Organisationsgefüge und der IT-Systemlandschaften, um eine durch die Fusion mögliche Risikoanhäufung zu begrenzen. Dies gilt auch für grenzüberschreitende Fusionen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Erfolg nicht nur Grösse ist, und dass viele der durch die Fusion angepeilten Ziele (Synergieeffekte, Kostensenkungen, Markterweiterung im Inland oder Ausland) bei weitem verfehlt wurden.

Siehe Agglomerations-Effekt, Allianzen, grenzüberschreitende, Auslandsbank-Filiale, Bankbetriebsgrösse, optimale, Bankgrösse, Bestreitbarkeit, Gibrat-Regel, Gigabank, Grössenvertrauen, Konsolidierung, Korrespondenzbank-Beziehung, Megamanie, Octopus, Penrose-Theorem, SIFI-Oligopol, Subsidiaritätsprinzip, Transaktionsbonus, Übernahme-Angebot. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2005, S. 85 ff. (Konzentrationsprozess im Eurogebiet), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2008, S. 75 ff. (grenzüberschreitende Bankfusionen; ausführliche Darstellung; viele Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankgebühren (bank charges; fees): Die Entgelte für ihre Dienstleistung setzt eine Bank grundsätzlich selbst fest. Sie müssen jedoch in den meisten Ländern durch Aushang oder auf anderem Wege dem Kunden bekannt gemacht werden. Gegen offenkundig missbräuchliche Berechnungen im Einzelfall können die Aufsichtsbehörden einschreiten. Siehe Abschlussgebühr, All-in-Fee, Aufhebungsentgelt, Courtage, Deduktion, Erbschaftsgebühr, Facility Fee, Front Loading Fee, Gebühr, Gebührenordnung, Courtage, Billing, Deduktion, Entgelt, Fristentransformation, Margendeckung, Mindesteinschuss-Sätze, Provision, Vergütung, Vorfälligkeits-Entschädigung, Überziehungsentgelt. Vgl. Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 75, Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 199 (Gebühren nur bei Teilausführung eines Auftrags). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankgeheimnis (banking secrecy): Der Schutz des Bankkunden vor Auskünften der Bank gegenüber Dritten, eingeschlossen der (Steuer)Behörden. Dies ist in den einzelnen Ländern in unterschiedlichem Grad gesichert. In der Schweiz wurde das Bankgeheimnis dreifach verankert, nämlich im Zivilgesetzbuch (Privatsphäre), im Obligationenrecht (vertragliche Beziehung Kunde-Bank) und im Banken- und Börsengesetz (seit 1934 Offizialdelikt: ein Verstoss gegen das Bankgeheimnis muss von Amts wegen geahndet werden, auch wenn kein privater Kläger auftritt); dies begründete die Stellung der Schweiz als internationaler Finanzplatz. In Deutschland haben Behörden die Befugnis zu Kontenabfragen; das Bundesverfassungsgericht hat dies im Juli 2007 ausdrücklich als rechtens bestätigt. Siehe Badwill, Bankauskunft, Gnomen von Zürich, Helvetophobie, Identitätsprüfungspflicht, Kontenoffenlegung, Kontensperre, Konto, falsches, Kundendaten-Informationspflicht, Nominee, Strohmann, Vertraulichkeit. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 186 (Anzahl und Auftraggeber von Kontenabrufen), S. 187 (seit 1. April 2005 auch Offenlegung für Zwecke der Finanzbehörden) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bank Identifier Code, BIC (so auch im Deutschen gesagt): International standardisierte Bankleitzahl, mit der ein Kreditinstitut weltweit eindeutig erkannt werden kann, früher auch SWIFT-Code genannt. Neben der IBAN wird auch die BIC für die voll elektronische Durchleitung (straight through processing) von grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrsaufträgen meistens benötigt. Seit November 2009 müssen Banken in Deutschland bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängername passt. Wohin eine Überweisung geht, richtet sich allein nach der Kontonummer. Siehe International Bank Account Number, Single European Payment Area, Zahlungsverkehrssysteme. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 242 (Umsetzung der Zahlungsdienstrichtlinie der EU). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankkredit (bank loan, bank credit): Jede Ausleihung eines Instituts an einen Kunden. Siehe Darlehn, Nachrangdarlehn. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankkunden-Profil (account profile): Die Einschätzung der Marktfähigkeit (hier verstanden als die Bereitschaft, dass Teile der Bevölkerung derzeit bereit sind, Güter des Kunden zu kaufen) und der Zukunftsfähigkeit (sustainability) eines Kreditnehmers der Bank. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leitet sich die Vergabepolitik der Bank und im engeren Sinne die Kreditlinie ab. Die gesetzliche Verpflichtung einer Bank, bei der Vermittlung von Wertpapieren von dem Kunden detaillierte Angaben über dessen Erfahrungen oder Kenntnisse in Wertpapiergeschäften, über die mit den Geschäften verfolgten Ziele sowie über seine finanzielle Verhältnisse zu verlangen und schriftliche festzuhalten. Siehe Anleger-Informationspflicht, Basel-II, Customasing, Emerging Markets, Derivate-Informationspflicht, Fact Sheet, Kreditverbriefung, Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Rating, Risikoabteilung, Risikogewichtung, Risikokontrolle, Risiko-Messver­fahren, Risk Reporting, Scoring, Trade Assignment.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankportal (bank portal): Eingangsseite einer Bank im Internet, über die man zu den Dienstleistungen (vor allem: Online-Banking, Finanzinformationen) des Instituts geführt wird. Siehe Giropay, Online-Banking. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankregel, goldene (golden bank rule): Die von einer Bank gewährten Darlehn sollen nach Umfang, nach Fälligkeit sowie auch (was sehr häufig auch heute noch immer sträflich missachtet wird!) nach der jeweils vereinbarten Währung ihren Verbindlichkeiten (Einlagen) entsprechen, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit des Instituts sicherzustellen. Siehe Bilanzregel, goldene, Fälligkeitsgliederung, Matching, Rollover-Risiko, Schuldenmanagement, Währungsrisiko. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankverflechtung (bank interlocking): Durch Beteiligung vermittelte Verbindung zwischen rechtlich selbstständigen Banken in einem Land, ohne Rücksicht darauf, ob sie unter einer Dachgesellschaft zusammengefasst sind (Konzern; group) oder nicht. Die grenzüberschreitende Verflechtung im Bankenbereich, wie diese besonders in einigen EU-Staaten (sehr hoher Anteil der Banken im Auslandsbesitz in Estland, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn und Polen) vorherrscht. Eine „Europäisierung“ des Bankensektors innert der EU wird – auf welche Art auch immer – in the long run erwartet. Siehe Allianzen, grenzüberschreitende, Auslandsbanken, Bankbetriebsgrösse, optimale, Bankentflechtung, deutsche, Bankfusionen, Europa-AG, SIFI-Oligopol. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bankzinsen (bank interest): Wenn nicht anders definiert die Zinsen, welche Institute Kreditnehmern berechnen. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2009, S. 37 ff. (Entwicklung der Bankzinsen im Eurogebiet und in den USA 2003 bis 2009; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. (Ertragslage seit 1973; Übersichten). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Barkredit (advance account, cash advance, cash credit): Im engeren Sinne ein Darlehn, das eine Bank einem Kunden gewährt, und das auf Wunsch in Bargeld ausbezahlt wird, manchmal auch Abstattungskredit (term loan facility) genannt. Ein Darlehn, das im Rahmen eines fest vereinbarten Tilgungsplans an Privathaushalte vergeben wird, auch Ratenkredit und Konsumentenkredit genannt. Dabei ist eine Auszahlung in Bargeld nicht (wie die Benennung es in diesem Fall vermuten lässt) notwendige Bedingung des Begriffs. Die kreditgewährende Bank kann vielmehr im Rahmen des Darlehnsvertrags das dem Kreditnehmer zur Verfügung gestellte Geld auch unmittelbar an einen Dritten überweisen, etwa an einen Gläubiger des Kunden. Siehe Anschaffungskredit, Dispositionskredit, Überziehung, Vorlage. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Basel-II (Basle-II): Allgemein die Bezeichnung für ganz bestimmte Regeln über die Rücklagen, welche Banken bei der Gewährung von Darlehn bilden müssen. Je besser die Aussicht auf pünktliche Bedienung des Kredits bzw. je zahlungsfähiger der Schuldner ist, desto geringer ist das notwendige Polster. Im besonderen die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeiteten (neuen) Richtlinien hinsichtlich des Risikomana­gements (Säule I; pillar I), der Befugnisse der Aufsichtsbehörden zur Kontrolle des Risikomanagements (Säule II; pillar II) und der erweiterten Offenlegung und der Marktdisziplin (Säule II; pillar III) der Banken.


Diese sehr detaillierten Richtlinien wurden am 1. Jänner 2008 von den nationalen Aufsichtsbehörden (zunächst der OECD-Staaten) verbindlich in Kraft gesetzt. – In Zweifelsfällen ist der englische Originaltext der Richtlinien verbindlich. Siehe Basel-III, Capital Group, Capital Requirements Directive Transposition Group, German Finish. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2001, S. 15 ff., Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 65 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2003, S. 45 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2004, S. 75 ff. (viele Erklärungen; S. 98 f. wichtige Übersicht der Rechtslage), Monatsbericht der EZB vom Januar 2005, S. 53 ff. (dort auch belangreiche Definitionen), Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 49 ff. (hier auch Einzelheiten zur terminlichen Umsetzung), S. 94 ff. (mit „Regelsetzungs-Pyramide“ S. 96), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 69 ff. (Umsetzung von Basel-II in deutsches Recht; viele Übersichten), Jahresbericht 2006 der BaFin, S. 44 ff. (erste Erfahrungen mit der Umsetzung; offene Probleme), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2009, S. 59 ff. (ausführlicher Bericht über die Umsetzung in Deutschland; zahlreiche Übersichten).
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Basel-III (Basle-III): Im September 2010 vom Basler Ausschuss beschlossene neue bankenaufsichtliche Regeln in Bezug auf höhere Mindestkapitalanforderungen der Banken. Die neuen Vorschriften werden schrittweise in einer genau umrissenen Übergangsperiode bis zum Jahresbeginn 2019 eingeführt. Mussten nach Basel-II nur 2 Prozent auf die harten, bei Verlusten sofort haftenden Bestandteile Aktien und Gewinnrücklagen entfallen, so sind es vom Jahr 2015 an 4,6 Prozent. Ab 2013 erhöht sich diese Vorgabe auf 3,5 Prozent, ein Jahr später sind es 4 Prozent. Von 2016 an müssen Banken dann beginnen, einen Kapitalpuffer (capital conversation buffer) in Höhe von 2,5 Prozent bis 2019 aufzubauen.

Auch dieser darf nur aus hartem Kernkapital bestehen. Zudem müssen die Institute einen weiteren, antizyklischen Puffer einrichten, der sich nach den nationalen Besonderheiten ausrichtet und eine Vorsorge in Zeiten sehr starken Wachstums der Kredite darstellt. Stille Einlagen, die für deutsche Banken bedeutend sind, werden bei Aktiengesellschaften nicht mehr als Kernkapital anerkannt. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen diese Kapitalbestandteile bestimmte Auflagen erfüllen. Siehe Aktiva-Minderung, Eigenkapitalquote, Regulierungsdruck, Zwangswandelanleihe. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2020, S. 8f. (Übersicht der neuen Regelungen; Zeitplan 2013 bis 2019), S. 69 ff. (Offenlegungspflichten; S. 78: Leitlinien zu den Offenlegungspflichten; S. 80: Überblick). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Basiszins (basis interest rate): In Deutschland definiert im „Gesetz zur Änderung von Vor­schriften über die Bewertung von Kapitalanlagen von Versicherungsunternehmen und zur Aufhebung des Diskontsatz-Überleitungs-Gesetzes (Versicherungskapitalanlagen-Bewer­tungsgesetz, VersKapAG)“ vom 26. März 2002. Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247, Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäss § 247, Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger. Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, siehe § 288, Abs. 1, Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um den Betrag, um welche seine Bezugsgrösse seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgrösse ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Beispielsweise betrug der Festzinssatz für die letzte Hauptrefinanzierungsoperation der EZB am 30. Dezember 2008 genau 2,50 Prozent. Er ist seit dem für die letzte Änderung des Basiszinssatzes massgeblichen Zeitpunkt am 1. Juli 2008 um 1,57 Prozent gefallen (der marginale Zinssatz der letzten Hauptrefinanzierungsoperation [Zinstender] im Juni 2008 hatte 4,07 Prozent betragen). Hieraus errechnete sich dann per 1. Januar 2009 ein Basiszinssatz des BGB von 1,62 Prozent (zuvor 3,19 Prozent). Nähere Informationen finden sich auf der Internet-Seite der eutschen Bundesbank unter dem Link „FAQ/Links“. Siehe Leitzins, Prime Rate, Tarnkappen-Politik. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bauzinsen (construction interest): Ausschüttungen an die Aktionäre einer neu gegrün­deten Aktiengesellschaft während der Errichtung der Anlagen. Zinsen für ein Darlehn in Zusammenhang mit einem Wohnungs- oder Fabrikbau-Vorhaben. Siehe Arbeitgeber-Darlehn, Baukosten-Zuschuss. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bayrische Hypo- und Vereinsbank AG (HVB): Diese Bank mit Hauptsitz in München wurde im Juni 2005 von der italienischen UniCredit Banca S.p.A. mit Hauptsitz in Mailand auf dem Wege des Aktientauschs übernommen. Die Transaktion löste grosse Beachtung aus und warf auch eine Reihe aufsichtsrechtlicher Grundsatz- und Spezialfragen auf. Siehe Aktientausch-Übernahme, Allianzen, grenzüberschreitende, Bankbetriebsgrösse, optimale, Bankfusionen, Bieter, Europa-AG, Gigabank, Gibrat-Regel, Grössen-Effekte, Grössenvertrauen, Korrespondenzbank-Beziehung, Megamanie, Megamergers, Subsidi­aritätsprinzip, Synergiepotentiale, Transaktionsbonus, Übernahme-Angebot. Vgl. im einzelnen Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 173 ff. (hier auch zum Ausschluss des Übernahme-Angebots der ausländischen Aktionäre nach § 24 WpÜG). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Beleihbarkeit (suitability to be pledged, eligibility to serve as collateral): Allgemein die Eignung eines Vermögensgegenstandes, als Pfand zu dienen. Im engeren Sinne Sicherheiten, die eine Zentralbank von Instituten bei der Bereitstellung von Liquidität anerkennt. Siehe Finanzsicherheiten, Immobilien-Sicherheiten, Kategorie-1-Sicherheit, Notenbankfähigkeit, Repomarkt, Sicherheiten, marktfähige, Sicherheitsverzeichnis, einheitliches. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Beleihungsobjekt (lending object): Allgemein ein Vermögensgegenstand als Grundlage für ein zu gewährendes Darlehn durch die Bank. Im besonderen Pfänder (wie Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen), de als Sicherheit für eine Baufinanzierung dienen. Siehe Beleihungsverhältnis, Beleihungswert, Beleihungswertermittlungsverordnung, Deckungsprüfung,.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Beleihungswert auch Belehnungswert (collateral value; hypothecary value; loan value): Allgemein der fachkundig ermittelte (Markt)Preis eines Vermögensgegenstandes als Grundlage für ein zu gewährendes Darlehn. Aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Wertansätze, insbesondere in Zusammenhang mit der Deckung bei hypothekarischer Beleihung durch Pfandbriefbanken. Danach ist der Beleihungswert der Preis einer Immobilie „der erfahrungsgemäss unabhängig von vorübergehenden, etwa konjunkturell bedingten Wertschwankungen am massgeblichen Grundstücksmarkt und unter Ausschaltung von spekulativen Elementen während der gesamten Dauer der Beleihung bei einer Veräusserung voraussichtlich erzielt werden kann“ (Wortlaut § 3 der Verordnung über die Ermittlung der Beleihungswerte von Grundstücken nach § 16 Abs. 1 und 2 des Pfandbriefgesetzes (Beleihungswertermittlungsverordnung [BelWertV]) aus dem Jahr 2006.

In Geldeinheiten ausgedrückte Grenze, bis zu der ein Institut für einen als Sicherheit dargereichten Vermögensgegenstand (Beleihungsobjekt; material security for a loan) ein Darlehn zu gewähren bereit ist. – Siehe Aktuar, Beleihungsverhältnis, Beleihungswertermittlungsverordnung, Deckungsprüfung, Mobiliarkredit, Mortgage Equity Withdrawal, Pfandleiher, Realkredit, Zinsstundung. Vgl. Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 112 (Pfandbriefbanken dürfen lediglich 60 Prozent des Beleihungswertes zur Deckung verwenden; S. 113: Beleihungswert-Ermittlungsver­ordnung ist in Arbeit und trat am 1. August 2006 in Kraft). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Blankokredit (blank credit, unsecured credit): Allgemein ein Darlehn, das von einer Bank ohne besondere Sicherheitsleistung des Kunden, also allein aufgrund seiner Vertrauenswürdigkeit, eingeräumt wird. Wenn man in der Bankpraxis häufig sagt, die Blankokredite seien die ausfallsichersten (most failsafe) Ausleihungen, dann ist das so zu verstehen, dass man ungedeckte Darlehn nur an allererste Adressen vergibt, welche eine Sicherheit bieten, die kaum durch eine reale Unterlegung übertroffen werden könnte. Siehe Abstattungskredit, Anschaffungskredit, Barkredit, Buchkredit, Darlehn, gedecktes, Konsumentenkredit, Kontokorrentkredit, Kredit, gedeckter, Personalkredit. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bonität (reliability; degree of creditworthiness): Allgemein der gute Ruf, das allseitige Ansehen, das positive Image, welche ein Wirtschaftssubjekt (Privathaushalt, Unternehmen, auch: ein Staat) im geschäftlichen Bereich geniesst. Die Kreditwürdigkeit (Borgkraft) eines Darlehnsnehmers. Kreditwürdig ist ein Schuldner, wenn man davon ausgehen kann, dass er seine vertraglichen Verpflichtungen aus einem Darlehn zuverlässig erfüllen kann und will. Siehe Amortisation, negative, Balanced Fund, Basel-II, Borgkraft, Erstraten-Verzugsklausel, Information, asymmetrische, Kredit-Punktbewertungsverfahren, Kreditqualität, Kreditrisiko, Kreditspread, Kreditzusage, unwiderrufliche, Negativauslese, Rating, Rating-Agentur, Realkredit, Risikokontrolle, Risikomanagement, Scoring, Übermut, Zinshöhe. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bonitätseinstufung (rating): Die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit eines Geschäftspartners anhand gewisser Merkmale. Siehe Rating, Scoring. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bonitätsprüfung (appraisal of creditworthiness, credit assessment, credit screening): Wenn nicht anders definiert die Einschätzung der Kreditwürdigkeit (Borgkraft) eines Kunden durch die Bank. Dies ist eine ureigene Aufgabe in der Verantwortung der Institute, die diese im Wettbewerb wahrzunehmen haben. Die (vorgeschlagene) Übertragung der Bonitätsprüfung an eine wie auch immer geartete Behörde erhöht die Gefahr der Fehlleitung von Geld und damit von knappen Ressourcen; diese gelangen nicht mehr zum besten Wirt (most favourable allocation of resources). Siehe Kredit, Rating, Subsidiaritätsprinzip Übermut. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bonitätsrisiko (reliability risk): Allgemein die Gefahr des Zahlungsverzugs oder gar der Insolvenz eines Schuldners. Die Gefahr, dass Wertpapiere im Portfolio nach dem Kauf mit einer niedrigeren Bonitätsnote versehen (downgeratet, plutoed) werden, und dies dem Anleger unmittelbar oder mittelbar Nachteile bringt.

Bei einer Bank im besonderen auch die Möglichkeit, dass in einer Kreditbeziehung der Darlehensnehmer in eine niedrigere Risikoklasse abgleitet, ohne dass diese Verschlechterung auch zum Ausfall führen muss. Die Bank muss jedoch die Forderung an den Schuldner mit einem niedrigeren Wert ansetzen, was sich unmittelbar auf das Eigenkapital niederschlägt. Bei einer Bank die Verteuerung der Refinanzierungsmittel aufgrund eigener sinkender Bonität.

Siehe Anbietungsgrenze, Ausfall-Risiko, Aushaftung, Downrating, Factoring, Kreditereignis, Kreditqualität, Kreditrisiko, Kreditversicherung, Liquidity Value at Risk, Risikomanagement, Sicherheitsmarge, Terminrisiko, Unterlegung. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2003, S. 56 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2004, S. 28.
Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bonitäts-Verbesserung ([financial] rating betterment): Im Rahmen von Verbriefungen aufsichtsrechtlich definiert als vertragliche Vereinbarung, durch welche die Kreditqualität einer Verbriefungsposition gegenüber einem Stand ohne eine solche Vereinbarung nach oben berichtigt wird. Dazu zählen neben (den im Zuge der Subprime-Krise von den Regelerstellern [Standardsettern] viel erörterten) unwiderruflichen Kreditzusagen an Zweckgesellschaften auch Verbesserungen, die durch nachrangigere Tranchen und andere Arten der Besicherung erzielt werden. Siehe Credit Enhancement, Garantie, Kreditzusage, unwiderrufliche, Rückführungs-Option, Unterstützung, stillschweigende, Zweckgesellschaft-Konsolidierung. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Buchkredit (credit in current account, advance): Vor allem an Privathaushalte gewährte Darlehn der Banken; von der EZB ganz besonders beobachtet und untersucht. Buchkredite an den privaten Sektor weisen nämlich offenbar Vorlaufeigenschaften in Bezug auf die Preissteigerungsrate auf. Siehe Blankokredit, Kontokorrentkredit, Personalkredit, Privatkredit, Rahmenkredit, Retailgeschäft. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 58, Geschäftsbericht 2008 der Deutschen Bundesbank, S. 68 ff. (Buchkredite in Deutschland 2004-2008; Übersicht), Geschäftsbericht 2009 der Deutschen Bundesbank, S. 63 ff. (Buchkredite in Deutschland 2005-2010; Übersicht). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen, BAKred (Federal Banking Supervisory Office): Überwachungsbehörde mit Sitz in Bonn mit weitreichenden Aufgaben, vor allem: Zulassung der Banken und Aufhebung der Zulassung, Prüfung der Zuverlässigkeit und Eignung der Geschäftsleiter, Anteilseigner-Kontrolle, Überwachung der wirtschaftlichen Lage der Institute einschliesslich der Liquiditäts- und Ertragslage sowie Verfolgung unerlaubt betriebener Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen. Das Amt ging am 1. Mai 2002 mit seinen Aufgaben in die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein. Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bürgerdarlehn, gemeindliche (loan to municipality by citizens): Gemeinden decken ihren Finanzbedarf dadurch, dass sie Darlehn ihrer Bürger annehmen. Dabei ist die Verzinsung in der Regel so bemessen, dass diese für die Gemeinde günstiger ist als bei einem Bankkredit. In Deutschland sind solche Finanzierungsformen erlaubnispflichtig, weil sie das Einlagegeschäft nach § 1, Abs. 2 KWG betreffen. Vgl. Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 228 f. (Erlaubnis der BaFin ist einzuholen). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.

Bürgschaft in älteren Dokumenten auch Eviktion und Expromission (guarantee, security, bail): Die vertragliche übernommene Verpflichtung einer Person oder einer Entität, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten eines Schuldners gegenüber dem Gläubiger einzustehen; siehe §§ 765 ff BGB. Siehe Aval, Garantie, Patronatserklärung. Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2009, S. 75 (Auswirkung staatlicher Bürgschaften). Quellenangabe: Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Siegen.